Pfeifenmacher treffen Freunde

Rauchzeichen im Schatten des Speyerer Doms



Es ist Freitag Abend!. Meine Angeheiratete ist auf ihren wöchentlichen Extremshoppingtreffen (ich glaube, Tupperware ist heute dran). Die Kinder schlafen friedlich in ihren Zimmern. Nur manchmal höre ich eine leises TÖRÖÖÖÖÖÖ der Benjamin Blümchen CD.



Nun bin alleine und widme mich meiner heutigen Abendtätigkeit: Pfeifen reinigen!
Ich bin kein Pfeifen-Direktreiniger, der seine Pfeifen, kaum dass sie ihre letzte Rauchwolke von sich gegeben haben, auseinanderreisst und den Reiniger schwingt!
Ich bin Pfeifen-sammler in jeder Beziehung. Selbst die zu reinigenden Pfeifen werden gesammelt!



Nun aber mal alles vorbereiten: Reiniger, Lappen und alkoholische Reinigungsflüssigkeit bereit gestellt und die Arbeitsfläche mit alten Zeitungen ausgelegt und los geht´s



Schnell sind die Pfeifen auseinandergebaut. Mundstücke rechts - Pfeifenköpfe links. Muss ja alles seine Ordnung haben!
Als Reinigungsflüssigkeit nehme ich immer “€žOnkel Hammers doppelten Doppelkorn”. Das hab ich von meinem Opa übernommen, der mir einst das Pfeifenrauchen und -reinigen beigebracht hat.
Mein Opa war ein kluger Kerl.
Auch übernommen hab ich die 1:99 Methode. 1 % Flüssigkeit für den Pfeifenreiniger, 99% für den anderen Pfeifen-Reiniger (also für mich).



Erst sind die Mundstücke dran. Reiniger in die Reinigungsflüssigkeit getaucht und ran an den Schmutz. Mundstück sauber und weg mit dem Rest vom Korn, nächstes Mundstück.
15 Mundstücke später bin ich guter Dinge und denke an meinen klugen Opa.



Nach den Mundstücken sind die Pfeifenköpfe dran. Diese werden trocken gereinigt, also fällt die 1:99 Methode aus. Auch egal, mehr für mich, getreu den Worten meines Opa´s “Jedem das Seine mir das Meisste”. Mein Opa war wirklich ein prima Kerl!



"Prost Opa!"



Danach bin ich etwas erschöpft. Pfeifen reinigen ist harte Arbeit.



Jetzt noch das Mundstückpuzzle, also Pfeifen wieder zusammenbauen und mit dem Lappen abwischen. Ich wundere mich über meine Pfeifen: Einige sehen irgendwie skurril aus. Waren das wirklich meine Pfeifen? Egal! Aber warum hab ich jetzt noch ein Mundstück über, aber keinen Pfeifenkopf mehr? Von Socken, die in der Waschmaschine waren, bin ich das gewohnt. Aber bei meinen Pfeifen?



Ich bin totmüde, das Pfeifen reinigen hat mich geschafft und ich gehe schlafen. Gute Nacht!!



Gegen 13:30 Uhr wache ich auf. Irgendwie fühle ich mich nicht gut.
Ich hab Kopfschmerzen (das Wetter hat mal wieder gewechselt), meine Zunge fühlt sich pelzig an (ich muss meinen Latakiatabak mal wechseln), und im Magen fühle ich mich etwas flau (ich darf abends nicht mehr so fett essen).



Auf dem Weg in die Küche gehe ich an den gereinigten Pfeifen vorbei. Wer hatte sich den Scherz erlaubt und alle Mundstücke auf falsche Pfeifen gedreht?. Warum liegt hier ein einsames Mundstück? Die Mundstücke korrigiere ich sofort, aber der fehlende Pfeifenkopf bleibt verschwunden.



Ich nehme mir vor, meine Kinder zur Rede zu stellen, dass ich diese Art Scherze überhaupt nicht mag, und sämtliche Spielzeugkisten nach dem verschwunden Pfeifenkopf zu durchsuchen.



Unten angekommen musste ich erst mal was gegen meine Beschwerden tun:
Wasser und zwei Aspirin gegen die Kopfschmerzen, für den Magen einen Underberg und zur allgemeinen Stärkung ein rohes Ei. Der Einfachheit halber gebe ich alles zusammen in ein Glas und trinke es aus.



Meine Frau begrüsste mich im Wohnzimmer:



“Hast du wieder Pfeifen sauber gemacht gestern, du siehst schrecklich aus!”.



“Ja Schatz, ich weiss auch nicht genau, woran es liegt.”



Meine Frau runzelte die Stirn und schaute auf meine Schlafanzughose.
“Hast du eine Pfeife in der Hosentasche oder freust du dich nur, mich zu sehen?”
Ich blickte an mir runter und sah die Beule in der dünnen Schlafanzughose.
Als ich in die Tasche griff, hielt ich den vermissten Pfeifenkopf in der Hand.



Es kommt eben doch zusammen was zusammen gehört.



“Deine Oma hat mir mal erzählt, das dein Opa auch immer solche Beschwerden nach dem Pfeifen reinigen hatte!”

“Ich weiss auch nicht warum, muss wohl an den Genen liegen!”