Pfeifenmacher treffen Freunde

Rauchzeichen im Schatten des Speyerer Doms



Hallo zusammen!

Ich gehe gerne in die Sauna!

Nicht was ihr schon wieder denkt.

Nur, weil ich aus der Nähe von Köln komme, heisst das nicht, dass hier in allen Saunen nur Herren zugelassen sind, und auf dem Fernseher im Ruheraum ständig “€žBrokeback Mountain” läuft.

Auch Vergnügungen heterosexueller Natur gibt es bei mir in der Sauna nicht!

Was denkt ihr von mir!

Nein, ich besuche eine ordentliche, saubere, deutsche Sauna, mit gemischten Publikum.
Nicht nur, dass ich gerne eine Sauna besuche, ich nehme meine eigene Ehefrau auch noch mit.
Meine Pfeifen natürlich auch!

Schon beim Eintreten in die Sauna habe ich immer gleich ein gutes Gefühl.
Dieses Geruchs-Potpourri aus Feuchtigkeit, Chlor, Schweissfüssen, und Anti-Schuppen-Shampoo hat auf mich immer einen beruhigenden Einfluss.

Nach dem Umkleiden (mehr auskleiden) geht es dann erst mal unter die Dusche. Hier folgt schon die zweite seelische Beruhigung. Immer gibt es Mitsaunierer unter den Duschen die von ihren körperlichen Voraussetzungen schlechter gestellt sind als ich.

Das stärkt mein Selbstbewusstsein.

Nicht, dass ich mir Sorgen machen müsste: Meine 120kg Körpergewicht sind auf meine stattlichen 1,78 cm relativ gut verteilt. Allerdings zeigen sich bei mir in der Körpermitte deutliche Verformungserscheinungen.
Als Ursache hierfür machte mein Arzt letztens meine bewusste Ernährung verantwortlich.
Meine Frau sagte letztens, ich sähe aus wie Brad Pitt, jedenfalls von den Knien abwärts. Brad hat ebenfalls Schuhgrösse 44.

Nach dem Duschen erst mal auf den Plan schauen, was los ist. In der Vergangenheit war es immer so, dass es einmal die Stunde einen Aufguss gab.
Ein gelangweilter Mitarbeiter der Sauna kippte aus einem Holzeimer seinen Fichtennadelaufguss auf die heissen Steine des Saunaofens, wedelte zwei mal mit dem Handtuch und war dann verschwunden.

Heute kann man damit niemanden mehr vom Sofa oder hinter dem (Sauna) Ofen hervorholen.
“Eventsauna” heisst heute das Zauberwort: Themenaufgüsse, Nachtsauna, Buffet oder Massagen sind jetzt im Angebot.

Meine Frau und ich, inzwischen nach dem Duschen vorschriftsmässig in Adiletten und Bademantel gekleidet, entschieden uns für den Slibowitz-Salz Aufguss in der Erdsauna..
Als Pfeifenraucher ist die Entscheidung klar: Alk-Salz Methode neutralisiert.
Nicht, dass meine Frau und ich irgendwie Crossover-Erscheinungen gehabt hätten. Aber schaden konnte es ja nicht!

Ich überlegte mir noch rasch, ob ich meine Stanwell 124 mit in die Sauna nehmen sollte. Ich wollte bei ihr schon länger mal die Alk-Salz Methode anwenden. Die Idee hab ich dann aber schnell wieder verworfen, als ich gemerkt habe, dass ich die Pfeife gar nicht mitgenommen hatte.

Eingetroffen in der Erdsauna (die Sauna ist in einen Erdhügel eingelassen) legten wir die restliche Bekleidung ab und unsere Sauna-Handtücher an. Auf einem freien Platz angekommen harrten wir der Dinge, die da kommen sollten. Unser “Eventsaunaaufgiesser” betrat die Sauna, ebenfalls ordentlich in ein Saunatuch gehüllt.

Nach einer Begrüssung erklärte er uns den Ablauf des Aufgusses:
90 Grad,
Anschwitzen: leichte Kräutermischung
Körper einreiben mit handgeschöpften Meersalz aus Frankreich,
ein doppelter Slibowitz-Aufguss,
zwei Minuten Nachschwitzen.

Hörte sich gut an!

Ich überlegte mir schon beim Einreiben mit dem groben Meersalz welche Pfeife-Tabak Kombination nach dem Saunagang zu meinem dann neutralisierten Körper passen könnte.
In Gedanken stellte ich mir ein Ensemble zusammen, was passen könnte.
Schnell war klar:

eine Butz Choquin Pfeife (Frankreich)
PH Special Flake (leichte Kräutermischung).
Den Alkoholanteil des Aufgusses würde ich durch ein Weizenbier ersetzen.

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme während eines Saunabesuches ist sehr wichtig..

Da mir aber der doppelte Slibowitz-Aufguss kreislaufmässig etwas zugesetzt hat, beschloss ich am Ende der Aktion das Weizenbier durch eine 1,5 Liter Flaschen stilles Wassers zu ersetzen.

Nachdem ich und meine Frau nach dem Saunagang vorschriftsmässig abgekühlt waren, setzten wir uns in den Raucherbereich der Sauna mit freiem Blick über den Aussenbereich der Sauna.
Während ich meine Butz mit dem PH Special Flake rauchte, und eine Zeitschrift las ging meine Frau ihrer Lieblingsbeschäftigung nach:

Lästern!

“Hast du die Frau mit den grossen Brüsten gesehen die gegenüber von uns lag beim Aufguss?”
Ich hatte sie gesehen sagte aber nur: “Was war denn mit der ?”
“€žIst dir denn gar nichts aufgefallen an ihr?” fragte meine Frau.

“Ausser den grossen Brüsten?”

“€žNein Willy, hast du mal genauer hingesehen?”

Ich hatte nicht genau hingesehen. Erstens bin ich ein wohlerzogener Mensch, und zweitens lege ich meine Brille vor dem Saunagang immer ab. Ohne Brille bin ich doch recht kurzsichtig.

“Die waren nicht echt!” klärte mich meine Frau auf.
“Echt??” erstaunt sah ich von meiner Zeitschrift kurz auf.

“Nee! Nicht echt. Hast du gesehen wie unnatürlich die abgestanden haben als die Frau gelegen hat! Die Brüste waren aus Plastik!”

“€žAus Plastik?” ich war verwirrt. “€žPlastik bei der Hitze? Das schmilzt doch?” erwiderte ich!
“€žNein! Nicht Plastik! .....Silikon!” berichtigte sich meine Frau.

Bei dem Wort Silikon horchte ich auf!
Da war doch was?.
Ich machte mir einen Vermerk in mein innerliches Notizbuch:
Morgen: Baumarkt Silikon kaufen!

Unsere Badewanne muss neu abgedichtet werden.

Dann war es Zeit für den 2. Saunagang. Auf dem Aufgussplan stand ein milder Aufguss mit Kräutern in der Blockhaussauna im Aussenbereich.
Der Aufguss war unspektakulär und sehr Mild, so dass ich nach der Ruhepause tabak-technich dagegen halten musste. Ich stopfte ein kleine Stanwell mit Nightcap.
Im Raucherbereich war danach für die Tageszeit ungewöhnlich wenig Betrieb!

Während des folgenden Essens studierte ich schon mal der Aufgussplan, um einen geeigneten Abschluss für unseren Event-Sauna€-Wellnesstag zu finden.
Eins muss man den Betreibern ja lassen: Erfinderisch sind sie schon, was die Aufgüsse angeht.

Im Angebot war zum Beispiel der “griechische Aufguss”. Leider fehlte die Beschreibung dazu.
In meiner Fantasie, wahrscheinlich auch noch angeregt durch das leckere Essen stellte ich mir vor:

Griechischer Aufguss:
Anschwitzen: Gyros Gewürzmischung
Einreiben mit Tsatsiki Quark, dazu werden kleine Häppchen mit Schafskäse gereicht
Aufguss: 1 Liter bester Ouzo! Ya mas!

Nachdem ich das Päärchen am Nachbartisch nach diesem Aufguss gefragt habe, diese mir aber versicherten das der “€žgriechische Aufguss” doch nur eine einfacher Aufguss mit einer leichten Anis Essenz sein soll, verwarf ich die Idee an dem Aufguss teilzunehmen.

Stattdessen entschieden wir uns zum Abschluss für den “€žTriple Hawaii Tropical Aufguss”
Dieser wurde uns als idealer Abschluss eines Sauna-Tages empfohlen.
In der Panoramasauna, einem grossen Glaskasten im Innenbereich, fanden sich die Teilnehmer ein.
Wieder kam ein Aufguss DJ,

Er stellte uns den Aufguss vor:

Anschwitzen: fruchigen Orangenmischung.
1. Aufguss Kirsch Mango Essenz
frische Früchte als Snack
2.Aufguss: Blau- und Heidelbeermischung.
Körper mit Eiswürfeln abreiben
3. Aufguss: Ananas

Aus dem skeptischen Blick meiner Angeheirateten konnte man ablesen, dass sie das selbe dachte wie ich:
Den Typen hat man von Cocktailmixer auf Saunameister umgeschult.

Das Anschwitzen mit der Orangenmixtur war noch angenehm.

Nur der erste Aufguss hat mich stark an meine Anfänge im Pfeifenrauchen erinnert. Ich dachte zuerst, man hätte einen Pouch Sweet Mango und 50g einer grässlichen Cherry Tabak Mixture, an deren Namen ich nicht einmal mehr erinnern konnte, auf den Ofen geschmissen. Süss und bissig!

Die gereichten frischen Früchte schmeckten allerdings sehr gut, und wir griffen alle reichlich zu.

Beim 2. Aufguss hatte ich einen “€žFlash back”.

Hatte der verkappe Aushilfs-Aufguss-Cocktail-Sauna-Mixer einen ganze Dose Indigo auf den Ofen gekippt?
Mir schwanden die Sinne bei dem Geruch. Die glasigen Augen meiner Ehefrau verrieten mir, dass ihr es ähnlich ging.
Vor mir war sie doch nur Virgina Flakes und Laktakia Mixtures gewöhnt, und nicht solche Fruchtbomben.

Einvernehmlich ohne grosse Worte verliessen wir fluchtartig die Sauna.
Aber aber auch nach dem fachgerechtem Abkühlen und Duschen blieb dieser Geruch an unseren Körpern haften.

So kam es das wir uns zum Abschluss nochmal zum einem einfachen Alk Salz Aufguss einfanden:
Zum neutralisieren.............


Gegendarstellung:

Die Geschichte entspringt der pfeifenrauch-geschwängerten Fantasie meines Ehemanns! Ich würde nie, niemals, über andere Frauen und deren körperlichen Eigenschaften lästern.
Schon gar nicht mit meinem Ehemann!
Ausserdem hab ich nichts gegen Indigo!
Riecht doch toll!